THEATER THIKWA UND THIKWA-WERKSTATT FÜR THEATER UND KUNST
 
Umbra
Eine Klang-Schatten-Performance

Das Stück Umbra schöpft aus der interkulturell unendlichen Sammlung von Ideen, Geschichten und Motiven zum Thema "Schatten" und haucht ihnen mit Bildern, Bewegungen und Klängen Leben ein.

Foto:© Martin Pfahler

Der Musiker und Komponist Antonis Anissegos und die Choreographin und Tänzerin Yuko Kaseki entwickeln mit acht Darstellern optische und klangliche Miniaturen, die assoziativ verflochten sind. Die Körper der Akteure zeigen sich nicht nur als Schatten, sondern auch in durch Bewegung erzeugten Verformungen. Schattenspiele beschreiben Szenen des Schattenfangens, sind Höhlengleichnis, Tagschuhtraum oder Sonnentanz. Stimmen sowie instrumentale und elektronische Klänge – live oder bearbeitete Aufnahmen aus dem Probenprozess – schreiben in Licht-Räumen eine Philosophie des Schattens. 

"Ich dachte, die schönste Sache in der Welt müsste Schatten sein, die Millionen sich bewegenden Formen und die Sackgassen des Schattens. In Kommodenschubladen und Schränken und Koffern gab es Schatten, und Schatten unter Häusern und Bäumen und Steinen, und Schatten im Augeninneren der Menschen und in ihrem Lächeln, und Kilometer und Kilometer und Kilometer von Schatten auf der Nachtseite der Erde." Sylvia Plath, Die Glasglocke

Der Schatten – zentrales Motiv des performativen Stückes – wird auch als die Rückseite des Lichts betrachtet. Das Licht, das Dinge sichtbar macht, macht zugleich manches unsichtbar. Bei herannahender Nacht schwinden die Farben, Formen werden zu Schatten, er grenzt Schwarz und Weiß voneinander ab. Der Schatten, den wir alle haben, aber ihm nicht begegnen, der auch das Andere und Fremde, Geist sein kann, dessen man sich – wie Chamissos Schlemihl – entledigen will, ihm jedoch nicht entkommt. Der Schatten als Projektion und musikalisch als der Schall, der Widerhall oder das Echo. Der musikalische Schatten wird zur Reflektion und zum Klang der inneren Stimme.


Foto: © Antonella Travascio / plotpoint 


Der Schatten ist Anregung und Gegenstand von Philosophie, Psychologie, Literatur oder Musik, findet sich in Platons Höhlengleichnis, in den Gedanken von Thomas Browne, bei Carl Gustav Jung ebenso wie in den Werken von Adelbert von Chamisso, Sylvia Plath, Carlos Castaneda oder auch Richard Strauss. Die Kulturen der Welt schreiben dem Schatten oft ein Eigenleben, eine Seele zu. Die Zulu in Südafrika fürchten das Nahen des Todes, wenn der Schatten kürzer wird, weil Leichen, die auf dem Boden liegen, kaum Schatten werfen. In China binden sich die Totengräber mit einem Gürtel symbolisch ihren Schatten am Leib fest, damit er nicht ins Grab fällt – der Tote fände in diesem Fall keine Ruhe. Und in Indien galt ein Brahmane nicht nur dann als verunreinigt, wenn ein Kastenloser ihn berührte, sondern bereits, wenn nur dessen Schatten auf ihn gefallen war. Noch im 19. Jahrhundert haben in Transsilvanien Schattenverkäufer Menschen vermessen und deren Schatten an die Architekten neuer Häuser verkauft. Der eingemauerte Schatten sollte Einbrecher in die Flucht schlagen.

Foto:© Martin Pfahler

 

+++ Stimmen Presse/Medien +++

▶ "Der Schatten macht Menschen zu Riesen und lässt einen, wie einer der Akteure sagt, 'niemals allein sein'. 'Immer habe ich mein doppeltes Ich in der Hosentasche.'
... Die hervorragenden Leistungen des Ensembles wurden am Premiereabend mit viel Beifall geehrt. Damit bedankten sich die Zuschauer auch für einen Abend eindrucksvoller und bizarrer Bilder, der Abwechslung und neue Einsichten bot."
(Uta Hermann, Neues Deutschland, 17. März 2009)
www.neues-deutschland.de/

▶ "Es ist wie ein Gemälde in Bewegung, ein altes mystisches Werk, vielschichtig in seiner Bedeutung. Eine zeitlose Botschaft aus fernen Zeiten, ausgedrückt in modernem Tanz. Die Darsteller entdecken sich und die anderen, ihre Schatten und die Schatten der anderen. Die Inszenierung lässt nicht erkennen, wer behindert ist und wer nicht, und doch ginge eine Dimension verloren, würden auf der Bühne nur sogenannte normale Schauspieler agieren."
(Kari Gåsvatn, Deutschlandkorrespondentin von Nationen u. a. norwegischen Printmedien, März 2009)

Publikumsstimmen

  "Außergewöhnlich. Außergewöhnlich schön. So muss Theater sein: Hautnah. Unter die Haut gehen. Grenzen aufzeigen und überwinden. Konfrontation mit dem eigenen Selbst. Spielfreude. Ohne Künstliches so viel Kunst! Vielen Dank für den gelungenen Abend."
(Vroni Herrmann / Biologie-Studentin, 19.03.09)

"war super! umwerfend und faszinierend
habe lang nichts mehr so gutes gesehn"
(Kristin Winkler / Damenmassschneiderin, 16.03.09)

Biografien

Yuko Kaseki arbeitet seit 1995 als freie Tänzerin, Choreographin und Lehrerin in Berlin. Einer ihrer tänzerischen Schwerpunkte ist Butoh. Sie gründete 1995 mit Marc Ates die Company cokaseki und realisierte zahlreiche Produktionen in Zusammenarbeit u. a. mit den bildenden Künstlern Chiharu Shiota, Francois Giovangigli, Søren Dø sowie den Musikern Antonis Anissegos, Aki Takase, Axel Dörner, Andrea Neumann. Aufführungen von Soli und Ensemble-Performances in Europa, USA, Kanada, Mexiko, Taiwan und Japan. Sie gewann zahlreiche Auszeichnungen, arbeitete mit inkBoat/San Francisco, CAVE/New York, Floor of Sky/San Francisco u. a.. Kaseki organisiert und tanzt seit 2004 die Improvisationsserie Ammo-Nite Gig mit internationalen Musikern und Performern. www.cokaseki.com

Antonis Anissegos arbeitet als Komponist, Pianist (Interpret von historischer bis zeitgenössischer Musik), Improvisator und elektronischer Musiker. 1991 erhielt er das Klavierdiplom vom Staatlichen Konservatorium Thessaloniki. Im Anschluss studierte er in Budapest, Wien, Köln (Kompositionsdiplom 1997) und von 1998 bis 2001 als Meisterschüler von Walter Zimmermann an der Universität der Künste in Berlin. Er gewann Kompositionspreise der Neuköllner Oper und des Berliner Senats. Aufführungen seiner Kompositionen u. a. von Ensemble Modern, Ensemble Piandaemonium, Ensemble Mosaik, Ensemble Cornucopia, Ensemble DissonArt, Staatliches Orchester Thessaloniki, Farbenorchester Athen und Junge Philharmonie Thüringen. Anissegos arbeitet in mehreren Projekten, darunter das Ensemble European Music Project und das Geschwistertrio IAMA, Zusammenarbeit u. a. auch mit der Butoh-Tänzerin Yuko Kaseki (KAYA) und der Videokünstlerin Erika Matsunami (OIO). Darüber hinaus gibt es zahlreiche Projekte und Veröffentlichungen im Bereich zeitgenössischer Jazz und improvisierte Musik.

Mit Nico Altmann, Heidi Bruck, Karol Golebiowski, Corinna Heidepriem, Vincent Martinez, Andre Nittel, Peter Pankow, Tim Petersen
Regie: Yuko Kaseki und Antonis Anissegos
Choreographie + Tanz: Yuko Kaseki
Komposition + Musik: Antonis Anissegos
Mentorin: Bente Schmidt
Bühne: Isolde Wittke
Kostüm
: Gerlinde Altenmüller
Licht: Christian Maith, Jesse Cogdell
Kostüm-Assistenz: Sonia Vilbonnet
Schneiderei: Manuela Barthold, Ulrike Bönning
Produktionsleitung: Klaus Altenmüller

 

 

 

Fotos: © Antonella Travascio / plotpoint

Foto unten:© Martin Pfahler

Spielplan
F40-Logo

F40 ist die gemeinsame Spielstätte von ENGLISH THEATRE BERLIN und THEATER THIKWA

Fidicinstrasse 40
10965 Berlin (Kreuzberg)

Anfahrt:
U-Bahn: U6
Platz der Luftbrücke
Bus: M19
Mehringdamm
Bus: 104
Platz der Luftbrücke

Tel. Reservierung:
030 61 20 26 20

Ticket-Hotline:
01806 700 733


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