thikwarolli


 
HOMEPAGE DES THEATER THIKWA UND DER THEATER-WERKSTATT THIKWA
 
 
Ver- Richtungen/m┬▓
Regie: Martina Couturier Konzept: Martina Couturier, Ruth Geiersberger Bühne: Matthias Maedebach Kostüme: Gerlinde Altenmüller Licht: Julian Judd Assistenz: Lars Strelow mit: Heidi Bruck, Fritz Eggert, Ruth Geiersberger, Corinna Heidepriem, Eunice Maurice, Martina Nitz, Peter Pankow, Tim Petersen Premiere: 03.02.2000 Sophiensaele, Berlin Gastspiele: Juni 2000, Kulturbrauerei Prenzlauer Berg, Berlin Festivals 'Unkraut Erde Mensch' von Sonnenuhr e.V. Oktober 2000, Neues Theater München November 2001, EUCREA Festival/Europäisches integratives Theaterfestival in Marburg November 2004, SimpleLife, Berlin verrichtungen/m² ist den Idyllen des Alltags auf der Spur. Die Bühne bietet acht Darstellern einen jeweils genau definierten Spielort, der, wie das Wohnzimmer, auch ein persönlicher Freiraum ist für kleine Verichtungen und wiederkehrende Handlungen nah am Ritual... Die aus dem Alltagszusammenhang gerissenen Handlungen haben ihr eigenes Metrum, ihre eigene Geschwindigkeit, Lautstärke und Dauer. Wiederholungen und Ausbruchsversuche bestimmen den Rhythmus der szenischen Installation. Im zufälligen und geplanten Aufeinanderprallen privater Idyllen entsteht ein sich immer wieder neu komponierender Bilderbogen von Befindlichkeiten, der auch eine sowohl intime wie abstrakte Studie ritualisierten Tuns gelesen werden kann. 'Unsere Sehnsucht, nicht immer nur in den eigenen unbefriedigenden Ritualen zu verweilen, lässt uns zeitweilig aus dem Lauf der Dinge heraustreten, den Stillstand der Zeit spüren und uns kleine Paradiese rettend täumen: Inseln seliger Weltvergessenheit und wahrer Künstlichkeit'. (nach: H. Lützlerer, Weltgeschichte der Kunst) Kurzer Traum über das Gewöhnliche Ver-richtungen/m² im Neuen Theater Wenn man Alltagsgeräusche amalgamiert, ergibt das schon etwas Besonderes: Vogelzwitschern, Glockenläuten, darüber ein Akkordeon von der nächsten Straßenecke - und das Leben singt. Nach diesem Prinzip funktioniert die szenische Installation, die die Performerin Ruth Geiersberger mit dem Berliner Theater Thikwa im Neuen Theater vorgestellt hat: Ein kurzer Traum über das Gewöhnliche - vor leider viel zu wenig Zuschauern. "Idyllenbeauftragte" nennt sich die Geiersberger auf dem Flyer zu " Ver-richtungen/m²", und was Martina Couturier auf und zwischen neun kleinen Spielquadraten inszeniert hat, zeigt die Idylle nach vielen Seiten hin offen: Eine Frau bürstet einen Hasen mit ungelenken Strichen, ein Mann tanzt sehr schnell auf einem viel zu kleinen Hocker. "Ich singe, ich esse, ich schmatze", kommt es dazu aus dem Lautsprecher. "Ich stehe auf, ich ordne, ich falte." Dann spielen die Stones "Angie", und alle singen sich mit "Alle Tage gibt's kein Sonntag" in eine stille Sehnsucht hinein. Alltagsverrichtungen sind ermüdend, undankbar, machen aggressiv: So wird der (ausgestopfte) Hase irgendwann geprügelt, dass es weh tut. Alltagsverrichtungen bauen aber auch kleine, sichere Inseln: Etwa wenn Geiersberger Brote schmiert und sauber stapelt. Die behinderten Schauspieler von Thikwa jedoch zeigen mehr: Zum Beispiel, wie individuell das immer Gleiche ist, wenn die Körper aus dem Rahmen fallen. Und welche Freiräume sich bieten im Gefängnis des Notwendigen: Selten gab es einen zärtlicheren Tanz, als den des massigen Peter Pankow mit der gelähmten Martina Nitz. Und auch der junge Sänger, der mit der Nase wieder und wieder an ein Glöckchen stößt und dabei Wellensittich-Rufe imitiert: Alles Menschen auf der Suche nach ihrer Idylle, einem Ort, wo man die Dinge tut, wie man sie eben kann. Sabine Leucht, Süddeutsche Zeitung, 09-10-00 Winzige Idylle "verrichtungen/m2" in den Sophiensaelen In "Verrichtungen/m2"dreht sich alles um acht Quadratmeter persönlicher Idylle. Jeder der acht Darsteller hat genau einen markierten Quadratmeter Fläche zur Verfügung, um sich dort eine kleine persönliche Insel mit seinen privaten Ritualen zu errichten. In der Künstlichkeit der Theatervorstellung werden diese unspektakulären Verrichtungen zu Botschaften über denjenigen, der sie ausführt. Es entstehen Handlungen der Interaktion und Abgrenzung, Ausbrüche und Übergriffe. In seiner Zufälligkeit ist dieser Bilderbogen sowohl eine privat-intime als auch eine abstrakt überhöhte Studie ritualisierter Tätigkeiten. Von Vorstellung zu Vorstellung verschieden, komponiert sich jedes Mal ein anderer Abend zwischen Theater, Tanz, Performance und Installation. Seit nunmehr zehn Jahren entwickelt das Theater Thikwa mit großem Erfolg Stücke auf eine ganz besondere Art: Fremde Wahrnehmungsweisen treffen in einer Integrationsgruppe von behinderten und nicht-behinderten Darstellern aufeinander. Heide Plamer, Berliner Morgenpost, 03-02-00 Probenfotos: Peter Brutschi
Spielplan


F40 ist die gemeinsame Spielstätte von ENGLISH THEATRE BERLIN und THEATER THIKWA

Fidicinstrasse 40
10965 Berlin (Kreuzberg)

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Bus: M19 Mehringdamm
Bus: 104 Platz der Luftbrücke

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Ticket-Hotline: 01805-700 733*
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